26-11-09 |  11:41
Autobahnkapelle Hamm wird eingeweiht

VON: TILMAN WALTHER-SOLLICH

Die Autobahnkapelle Hamm im ehemaligen Tankstellengebäude Rhynern-Nord wird am Sonntag, 29. November (1. Advent), um 17.00 mit einem Gottesdienst durch den Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Alfred Buß, eingeweiht.


Innenansicht der Autobahnkapelle

Als besondere Gäste werden erwartet der Hammer Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper, Winfried Pudenz, Leiter des Landesbetriebs Straßen.NRW und Günter Lehner von der Akademie Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge, die die deutschlandweit bislang 33 Autobahnkapellen betreut. Nach dem Gottesdienst findet ein Empfang in einem auf der Autobahnraststätte aufgebauten Zelt statt. Da in der Kapelle nur Platz für rund 60 Personen ist, wird der Gottesdienst in den überdachten Vorraum, wo früher die Zapfsäulen standen, und in das Festzelt übertragen. Wegen des hohen Geräuschpegels durch die nur wenige Meter entfernte Autobahn A 2 wird für bis zu 300 Gäste der Gottesdienst per Kopfhörer, einem so genannten "Headset", live übertragen.

Die 5. Autobahnkapelle in Westfalen wird am 1. Advent (29.11.) um 17 Uhr eröffnet
Träger der Autobahnkapelle Hamm ist der Evangelische Kirchenkreis Hamm. Die Kapelle ist die insgesamt 34. Einrichtung dieser Art in Deutschland und die 5. in Nordrhein-Westfalen. Die Andachtsräume, die sich über die ganze Bundesrepublik verteilen, laden zu Entspannung, Besinnung und Andacht ein. "Reisende können wieder zu sich finden, Sinne und Seele Ruhe tanken", heißt es dazu auf der Internetseite www.autobahnkirche.info der Bruderhilfe-Akademie. "Wer in Autobahnkirchen Rast gemacht hat, der fährt danach gelassener, rücksichtsvoller und sicherer. Der Besuch einer Autobahnkirche ist damit auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit."

Pläne wurden erstmals im Mai 2007 vorgestellt
Im Mai 2007 hatte der Evangelische Kirchenkreis Hamm gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW die Pläne zur Umgestaltung des alten Tankstellengebäudes der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kreissynode Hamm hatte Ende Mai einstimmig beschlossen, für das Projekt 85.000 Euro zur Verfügung zu stellen, die durch Spenden refinanziert werden sollten. Zeitgleich hatte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann zugesagt, dass die Stadt Hamm Sponsoren für ein Drittel des benötigten Spendenvolumens einwerben wolle. Im August 2007 wurde der ökumenische Förderverein Autobahnkapelle Hamm e.V. ins Leben gerufen, der die Planung, den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung der Autobahnkapelle unterstützen soll. Aufgrund eigentumsrechtlicher Fragen verzögerte sich der Beginn der Bauarbeiten. Ende Januar 2009 meldeten Straßen.NRW und der Kirchenkreis Hamm, dass die Eigentumsübertragung des Gebäudes von der Firma Tank und Rast ins Eigentum des Bundes erfolgt und somit alle Voraussetzungen für die Umsetzung des Projektes Autobahnkapelle Hamm gegeben seien.
 
Ehemaliges, denkmalgeschütztes Tankstellengebäude
befindet sich im Eigentum des Bundes
Das seit Ende 2005 leer stehende ehemalige, denkmalgeschützte Tankstellengebäude Rhynern-Nord wurde 1947 von dem Düsseldorfer Architekten Helmut Hentrich errichtet. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und ist als Nebenanlage der Autobahn eingestuft, die Betriebsräume zur Steuerung von Autobahnanlagen und die Autobahnkapelle beherbergt. Nachdem der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW im Juli 2009 die Arbeiten zur Sanierung des Gebäudes und zur Gestaltung der Außenanlagen aufgenommen hatte, konnte der Kirchenkreis Hamm im September 2009 auf eigene Kosten und Verantwortung mit dem Einbau der Kapelle beginnen. Die Autobahnkapelle ist für Fußgänger und Autofahrer über die Tank- und Rastanlage Rhynern-Nord sicher zu erreichen. Ein ausgeklügeltes Lichtkonzept setzt das als "Tor Westfalens" bezeichnete historische Ensemble der ursprünglich spiegelbildlichen Raststättengebäude südlich und nördlich der Autobahn auch nachts ins rechte Licht.

Soester Künstler Michael Düchting schuf die Skulptur "Tor"
Neben dem Gebäude hat der Soester Künstler Michael Düchting für den Kirchenkreis Hamm als Auftraggeber die Skulptur "Tor" geschaffen. Die sechs Meter hohe Plastik aus Stahlplatten, die in der Mitte einen schmalen Durchgang freigibt, wiegt 4,5 Tonnen. Der Bildhauer bezeichnet sie als "Metapher für die aktuelle Reise wie auch für das Unterwegssein im Leben".

Holz, satiniertes Glas, Sandstein, Korteenstahl und Filz ergeben modernen Materialmix
Die Autobahnkapelle bewahrt äußerlich zwar ihre historische, an die traditionelle westfälisch-bäuerliche Architektur angelehnte Anmutung, ist im Inneren jedoch durch eine moderne Raumgestaltung geprägt. Wo früher die Tankstellenkasse, ein Tankstellenshop und Wirtschaftsräume waren, wurde in dem entkernten Baukörper neben Betriebsräumen zur Steuerung von Autobahnanlagen die Kapelle in Holzrahmenbauweise errichtet. Getragen wird sie von 6,80 Meter langen Eichenbalken. Die Wandoberfläche besteht aus Birkenholzfurnier. Der Boden ist aus Solnhofener Sandstein gefertigt, einem Material, das in vielen historischen Sakralbauten der Region Verwendung gefunden hat. Im oberen Bereich läuft ein Lichtband aus satiniertem Glas um den Kapellenraum. So kann die Kapelle von den baulich unveränderten Fensteröffnungen der äußeren Gebäudehülle im Innenraum indirektes Licht beziehen. Zusätzlich zu dem größtenteils diffusen Licht, das durch das satinierte Fensterband fällt, wurden Deckeneinbaustrahler eingebaut. Die so genannten Prinzipalstücke Altar, Ambo (Lesepult) und Leuchter sind ebenso wie die Sitzbänke aus Korteenstahl (gerosteter Stahl) geschaffen. Die fünf Bänke haben eine Auflage aus Filz. Der Altar wiegt 400 Kilogramm. Die künstlerische Gestaltung des Innenraumes hatte Pater Abraham Fischer (Benediktinerabtei Königsmünster, Meschede), der sich im Kirchenkreis Hamm und weit darüber hinaus konfessionsübergreifend durch verschiedene Projekte im Sakralbereich einen Namen gemacht hat.


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