02-03-12 |  10:38
Stellungnahme von Superintendent Rüdiger Schuch zu einem vierten verkaufsoffenen Sonntag in Hamm-Mitte am 30.12.2012

Das Ladenöffnungsgesetz NRW aus dem Jahre 2006 führte m.E. zu einer erheblichen Aushöhlung des Sonn- und Feiertagesschutzes. Es sagt zwar aus, dass jährlich höchstens an vier Sonn- und Feiertagen Verkaufsstellen bis zu fünf Stunden geöffnet werden dürfen, leider ist es aber bewusst ungenau, auf welchen örtlichen Bereich sich die Höchstzähl erstrecken soll.

 


Das hat für Hamm die Folge, dass wir nicht bis zu vier, sondern bis zu vierzehn verkaufsoffene Sonntage haben können. Dies kann ich nicht einen Sonntagsschutz nennen.

Der Sonntag als Ruhe- und Feiertag ist schützenwert. Für Christinnen und Christen ist er von großer Bedeutung. Er verweist darauf, dass wir im Leben und Sterben getragen sind von der alle Grenzen überwindenden Liebe Gottes zu uns Menschen. Der Schutz des Sonntages als Ruhetag ist m.E. um der Menschen willen wichtig und sinnvoll. Wir brauchen eine heilsame Unterbrechung der Betriebsamkeit des Alltags.  Der Rhythmus zwischen Ruhetag und Arbeitswoche ist zum Wohl des Menschen von hohem Wert. Der Sonntag ist wichtige Familienzeit. Neben dem Kirchgang werden auch der Vereinssport und viele andere kulturelle Aktivitäten ermöglicht.  Ein effektiver Sonntagschutz beinhaltet daher auch einen Ladenschluss am Samstag vor 22 Uhr.

Wenn am 6. März der Rat der Stadt über die verkaufsoffenen Sonntage in Hamm befindet, so tut er es im Rahmen des Ladenöffnungsgesetzes von 2006. Bedenklich ist nicht so sehr die Tatsache, dass ein vierter verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt  beschlossen werden könnte, sondern dass sich die Gesamtzahl der verkaufsoffenen Sonntage in Hamm  weiter  bis auf vierzehn erhöht.  Vier verkaufsoffene Sonntage für die Stadt Hamm sind vertretbar, eine Anzahl von vierzehn nicht.

Der Einzelhandel in Hamm scheint im Zuge des Ladenöffnungsgesetzes gezwungen zu sein, für eine Höchstzahl von verkaufsoffenen Sonntagen einzutreten, weil er die Konkurrenz aus den  umliegenden Kommunen wohl zu Recht fürchtet, da diese bereits zahlreiche  verkaufsoffene Sonntage beschlossen haben. Dafür habe ich Verständnis. Daher gilt es das Ladenöffnungsgesetz daraufhin noch einmal kritisch zu prüfen, so dass ein solcher  Wettlauf um verkaufsoffene Sonntage verhindert werden kann und  die Kaufkraft an den einzelnen Stadtorten und damit Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden. 

So erhoffe ich mir im Zuge der Evaluierung des Ladenöffnungsgesetzes eine konstruktive und offene Diskussion um den gesellschaftlichen Wert des Sonntages als Ruhe- und Feiertag. Evangelische und Katholische Kirche sprechen sich für einen effektiven Schutz des Sonn- und Feiertages als Ruhetag um der Menschen Willen aus.

Ich wünschte mir eine verlässliche landesweite, besser noch bundesweite Regelung der Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen, so dass es an allen Orten gleiche Rechte und Möglichkeiten zur Gestaltung  der Ladenöffnungszeiten gibt.
Rüdiger Schuch, Superintendent
 - im inhaltlichen und so auch abgesprochenen Einvernehmen mit Pfarrer Ralf Dunker und Dechant Wilhelm Lohle

 


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