13-02-13 |  13:25
Jüdisches Leben in Deutschland heute

VON: PFR. DR. TILMAN WALTHER-SOLLICH

Vom 10. bis 17. März findet in Hamm die "29. Woche der Brüderlichkeit" statt. In fünf Veranstaltungen lädt der vorbereitende Arbeitskreis, zu dem Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Hamm, der Stadt Hamm sowie der Dekanate Hamm-Nord und Hellweg gehören, zu Begegnungen mit jüdischer Kultur, Geschichte und Gegenwart ein.


So eröffnet Rabbiner Avichai Apel aus Dortmund am Sonntag, 10. März, die Veranstaltungswoche mit der Frage: "Jüdisch sein im heutigen Deutschland: Ist das möglich?" Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um das Recht zur religiösen Beschneidung von Jungen, aber auch der Bedrohung durch rechtsradikal oder religiös motivierten Antisemitismus setzt sich der orthodoxe Rabbiner Apel dafür ein, dass es auch weiterhin möglich ist, als Jude in Deutschland zu leben. "Die Diskussion über die religiöse Beschneidung von Jungen ist nur ein Beispiel dafür, wie sehr Unwissen und Ignoranz, aber auch antijüdische Klischees bis hinein in die gesellschaftliche Mitte Deutschlands verbreitet sind", unterstreicht Pfarrer Dietmar Schorstein, Vorsitzender des Arbeitskreises "Woche der Brüderlichkeit", die Aktualität des Themas. "In vielfältigen Begegnungen mit dem Judentum laden wir dagegen in dieser Woche dazu ein, den kulturellen Reichtum der jüdischen Traditionen und ihren prägenden Einfluss auf unser heutiges Wertesystem kennen zu lernen."


Kino, Literatur und Musik, Vortrag und Gottesdienst
Vom Kinofilm "Kaddisch für einen Freund" (Mittwoch, 13. März) über einen literarisch-musikalischen Abend mit Dany Bober (Frankfurt am Main) am Donnerstag, 14. März, bis zum ökumenischen Abschluss-Gottesdienst (Sonntag, 17. März) bietet das Programm auch in diesem Jahr unter dem Motto der bundesweiten Woche der Brüderlichkeit: "Gedenke! Der Zukunft ein Gedächtnis" unterschiedliche Zugänge. Die lokale Dimension des Gedenkens steht im Mittelpunkt eines Vortrags von Mechtild Brand über die Deportation und Ermordung der Hammer Sinti und Roma im Nationalsozialismus (Montag, 11. März). Der Abschluss-Gottesdienst am Sonntag, 17. März in der zur Jugendkirche umgestalteten Lutherkirche (Nassauerstraße 49) wird musikalisch gestaltet von Dieter Podszus, dem Vorbeter der jüdischen Gemeinde Unna, und dem Kantor des Evangelischen Kirchenkreises Hamm, Heiko Ittig. Die Predigt hält die stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Hamm, Pfarrerin Kerstin Goldbeck. Wichtige Kooperationspartner für die Woche der Brüderlichkeit sind die Volkshochschule Hamm und das Stadtarchiv.


Vier weitere Veranstaltungen außerhalb der eigentlichen Veranstaltungswoche
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Hamm finden schon vorher zwei Veranstaltungen statt, die auf die Spurensuche jüdischen Lebens in Hamm gehen. Am 27. Februar wird im Märkischen Gymnasium die Ausstellung "Gegen das Vergessen" eröffnet. Schülerinnen und Schüler der Friedensschule Hamm und das Stadtarchiv informieren darin über die Aktion Stolpersteine und das Schicksal jüdischer Familien in Hamm wahrend des Nationalsozialismus. Ein Stadtgang in Zusammenarbeit mit dem Hammer Geschichtsverein und dem Stadtarchiv führt am 9. März auf "Spuren jüdischen Lebens in Hamm". Auch die Evangelische Kirchengemeinde Hamm lädt erstmals in Zusammenarbeit mit der "Woche der Brüderlichkeit" zu zwei Konzerten in der Pauluskirche ein: Am Samstag, 6. April spielt dort im Rahmen der Musik zur Marktzeit das Duo Tangoyim, am Samstag, 27. April heißt es "Schalom - Kirche trifft Synagoge". Zu allen Veranstaltungen sind Interessierte herzlich eingeladen.

>>zum Download: Programm "Woche der Brüderlichkeit 2013"


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