04-07-13 |  11:47
Kirchenkreis für aktiven Klimaschutz

VON: PFR. DR. TILMAN WALTHER-SOLLICH

HAMM - Der Evangelische Kirchenkreis Hamm verstärkt seine Bemühungen um aktiven Klimaschutz. Das wurde bei der Kreissynode, am Mittwoch, 3. Juli, im Gemeindezentrum St. Victor Herringen in Hamm deutlich.


Zur klimafreundlichen Kreissynode in Herringen waren zahlreiche Synodale mit dem Fahrrad angereist.

Erstmals wurde schon in der Organisation sowie bei der Anreise darauf geachtet, die Synode klimafreundlich zu gestalten. Neben der Anfahrt mit Fahrrad, Stadtbussen oder Fahrgemeinschaften diente auch die fleischfreie Verpflegung mit regional erzeugten, saisonalen Produkten dem Ziel, möglichst wenig CO2 zu produzieren. Beschlossen wurde, dass der Kirchenkreis als Pilotkirchenkreis an dem Projekt "Klimaschutz EKvW 2020" teilnimmt. Damit hat sich die Evangelische Kirche von Westfalen zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 ihre CO2-Emmissionen um 40 Prozent zu senken. Ein Instrument dazu ist das Energiemanagement, das nun möglichst flächendeckend in den Gemeinden aufgebaut werden soll. Als Klimaschutzbeauftragter des Kirchenkreises Hamm wurde Pfarrer Matthias Eichel (Kirchengemeinde Wiescherhöfen) berufen. Weitere Schwerpunkte der Synode waren der Bericht des Superintendenten, die Ganztagsbetreuung an Schulen in der Trägerschaft des Kirchenkreises und die Frage: "Wie familienfreundlich ist die evangelische Kirche?"

Bericht des Superintendenten: Gebäudebestand gezielt weiterentwickeln
In seinem Jahresbericht ging Superintendent Rüdiger Schuch besonders auf die weitere Entwicklung des Gebäudebestands ein. Der demografische Wandel, vor allem aber der damit verbundene Rückgang der Gemeindemitglieder mache es unumgänglich, mittelfristig weitere Gemeindehäuser zu schließen oder sie ohne den Einsatz von Kirchensteuern weiterzuführen. Schuch ermutigte die Gemeinden, hierfür schon jetzt mögliche Kooperationspartner in den Kommunen, im Quartier oder auch in der Ökumene anzusprechen. Von den derzeit 36 Gemeindezentren im Kirchenkreis seien rund ein Drittel, also etwa zwölf, mittelfristig nicht mehr aus Kirchensteuern zu finanzieren.

Ganztagsbetreuung an Schulen: Angebot an derzeit 16 Schulen wird fortgesetzt
Die Ganztagsbetreuung an Schulen, seit rund zehn Jahren in der Trägerschaft des Kirchenkreises Hamm, wird fortgeführt. Zur Zeit arbeitet sie an 16 Schulen: sechs Grundschulen in Ahlen, Bönen und Hamm, einer Hauptschule in Ahlen, sowie vier Hauptschulen, zwei Realschulen und drei Gymnasien in Hamm. Die Arbeit hat das Ziel, gemeinsam mit den Partnern aus Schule und Stadtteil aktiv zu einer Weiterentwicklung von Schulen als einem offenen und ganzheitlichen Lebensraum beizutragen. Das Stiften von Gemeinschaft, Offenheit gegenüber anderen Weltanschauungen und ein interreligiöser Wertediskurs prägen das Angebot. Unter der Maßgabe, dass die Arbeit weiterhin zu annähernd 100 Prozent durch Land und Kommunen finanziert wird, soll die Ganztagsbetreuung fortgeführt werden.

Plädoyer für einen offenen Familienbegriff in der Kirche
Die Kreissynode Hamm setzt sich für einen offenen Familienbegriff ein, der die reale Vielfalt des Familienlebens in der heutigen Zeit wertschätzt und alternative Formen von Familie, auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, anerkennt. Zwar habe die Ehe als verbindliches Modell nach wie vor eine besondere Bedeutung. Das dürfe jedoch nicht dazu führen, dass sich Alleinerziehende oder Patchwork-Familien ausgeschlossen fühlen. Der Kirchenkreis will in den nächsten Jahren alle Arbeitsfelder darauf prüfen, ob sie dem Bild einer offenen, familienfreundlichen Kirche genügen und konkrete Angebote zur Unterstützung von Familien ausbauen. Die Diskussion über die Familienfreundlichkeit der Kirche wurde durch das Impulspapier "Familien heute" der Westfälischen Landeskirche angestoßen, das von der Kreissynode ausdrücklich begrüßt wurde.

Veränderungen des Familienlebens erfordern Änderungen beim Amt der Taufpaten
In Zusammenhang mit den Veränderungen des Familienlebens befürwortet die Kreissynode Hamm den Gesetzesentwurf für eine Änderung der Taufordnung in der Westfälischen Landeskirche. Danach soll es künftig möglich sein auch Taufpaten zu bestimmen, die einer anderen christlichen Kirche angehören, wenn kein evangelischer Taufpate gefunden wurde. Rechtsgültig beschließen muss dies die Landessynode im November.

Zusammensetzung der Synode
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium der Evangelischen Kirche im Bereich Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne, so zu sagen das Kirchenparlament für rund 86.500 evangelische Christinnen und Christen in der Region. Sie setzt sich zusammen aus 112 gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte so genannte Laien und Pfarrerinnen oder Pfarrer) und berufenen Mitgliedern. Der Kreissynodal-Vorstand wird gewählt und besteht aus dem Superintendenten und seinem Vertreter, dem Schriftführer sowie einem weiteren theologischen Mitglied und fünf "Synodal-Ältesten". Die Synode im Kirchenkreis Hamm tagt in der Regel zweimal im Jahr.

 

 

 


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