24-05-13 |  11:52
Mehr als Vater, Mutter, Kinder

VON: DIERK HARTLEB

Intensiver Austausch über Familienbilder beim Synodenabend im Kirchenkreis Hamm: Dazu hatte die Kirchenkreisleitung Haupt- und Ehrenamtliche aus den Gemeinden und Diensten nach Haus Caldenhorf eingeladen.


Als Einstieg hatte sich der Vorbereitungskreis ein "Speed-Dating" ausgedacht. Genau eine Minute dreißig Sekunden hatten die knapp 60 Teilnehmer Zeit, sich im Zwiegespräch über verschiedene Aspekte des Themas miteinander bekannt zu machen. Thesen wie "Familie ist mehr als Vater, Mutter, Kinder", "Die Familie gibt es nicht - höchste Zeit, dass Kirche das auch merkt" oder "In der Kirche (er-)leben wir immer noch ein patriarchales Familienbild" standen dabei zur Diskussion. "Es war das erste Speed-Dating meines Lebens", meinte Superintendent Rüdiger Schuch in seinem Schlusswort.

Familienbilder haben sich verändert
Pfarrer Dr. Tilman Walter-Sollich, Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenkreises, übernahm es, das 84-Seiten starke Papier "Familien heute" der Westfälischen Landeskirche in einer Powerpoint-Präsentation vorzustellen. Eingeblendete Fotos machten deutlich, wie sehr sich das Familienbild in den vergangen 50 Jahren gewandelt hat. Von der vermeintlich heilen Familie der Gründungsjahre der Bundesrepublik mit Vater, Mutter und mindestens zwei Kindern und im Hintergrund womöglich noch den Großeltern bis zur Patchworkfamilie heutiger Tage mit mehreren Kindern, die aber verschiedene Mütter und Väter haben. Walther-Sollich machte deutlich, dass sich die Kirche in der Diskussion über ihr christliches Familienbild auch der Frage gleichgeschlechtlicher Paare stellen muss. Dabei verschwieg er nicht, dass die von vielen geforderte und gewünschte Öffnung der Kirche gegenüber alternativen Formen des Zusammenlebens und der modernen Formel, dass Familie überall dort ist, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, in konservativen Gemeinden vor allem im Sauer- und Siegerland noch nicht mehrheitsfähig ist.

Diskussion wird weitergeführt
Nach wie vor sei es wichtig, Familien zu begleiten: außerhalb des Gottesdienstes in diakonischen Einrichtungen wie Kindergärten und Familienzentren, im Religions- und Konfirmandenunterricht sowie in anderen Gruppen und Gemeinschaften. In seiner Zusammenfassung problematisierte Superintendent Schuch unter anderem auch das Thema Ehrenamtlichkeit, das für eine zahlenmäßig kleiner werdende Kirche immer wichtiger werde, und das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern: den 70 Prozent ehrenamtlich tätigen Frauen ständen gerade 30 Prozent Männer gegenüber. Auch angesichts zurückgehender finanzieller Mittel müsse sich die Kirche immer wieder nach den Prioritäten ihrer Arbeit fragen lassen. Dabei stelle sich die Frage, ob man lieber in tote Steine oder in die Menschen investieren wolle.

Weitere Infos zum Thema und zur Hauptvorlage "Familien heute" der Evangelischen Kirche von Westfalen: http://familien-heute.ekvw.net/

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