24-03-14 |  14:42
Positives Fazit zur Woche der Brüderlichkeit

Ein positives Fazit zieht Pfarrer Carsten Dietrich, Sprecher des Arbeitskreises Woche der Brüderlichkeit in Hamm, zum Abschluss der Veranstaltungswoche. "Wir haben in sieben Veranstaltungen über 1000 Interessierte erreicht. Etwa die Hälfte davon waren Jugendliche", so Dietrich.


Bemerkenswert sei auch, dass nicht nur über das Judentum geredet worden sei, sondern dass es zu wirklichen Begegnungen gekommen sei. So konnte Pfarrer Dietrich zur Eröffnungsveranstaltung am 16.3. Dr. Paul-Otto Samuelsdorff begrüßen. Samuelsdorff, der regelmäßig zur Woche der Brüderlichkeit nach Hamm kommt, wurde 1923 in Hamm geboren. Von 1933 bis 1935 besuchte er das Gymnasium Hammonense, 1935 wurde er von der Schule verwiesen, weil er Jude war. Samuelsdorff konnte nach England emigrieren. Nach wie vor fühlt er sich seiner Heimatstadt Hamm verbunden. "Hier ist mein Zuhause, hier bin ich aufgewachsen." Am Montag sprach er als Zeitzeuge mit Schülern seiner ehemaligen Schule.

Die bekannte Schriftstellerin Mirjam Pressler gestaltete die Eröffnungsveranstaltung. Sie las aus ihrem Buch "Grüße und Küsse an alle. Geschichte der Familie von Anne Frank". Pressler, die sich als Übersetzerin und Herausgeberin der Tagebücher seit fast 30 Jahren mit Anne Frank und ihrer Geschichte befasst, erzählte, wie es zu ihrem neuen Buch kam. 2007 hatte Gerti Elias, eine Verwandte von Anne Frank, auf dem Dachboden eine Kiste mit
6000 Briefen, Dokumenten und Fotos gefunden. Daraus entstand dieses Buch, das über drei Generationen die Geschichte der Familie Frank erzählt. Pressler beendete ihre eindrucksvolle Lesung mit Briefen von Otto Frank, der nach der Befreiung auf der Suche nach seinen Töchtern durch Europa irrt, und dem Dokument einer Augenzeugin aus dem KZ Bergen-Belsen über den Tod von Margot und Anne Frank. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Dechant Dr. Gerhard Best sprachen Grußworte für die Stadt Hamm und die christlichen Kirchen. Die "Freilach-Familie" gab der Veranstaltung einen würdevollen musikalischen Rahmen.  

Mirjam Pressler blieb noch für zwei Schullesungen in Hamm. Sie las am Märkischen Gymnasium für Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 aus "Ein Buch für Hannah" und am Beisenkamp-Gymnasium für Schüler aus dem 6. Schuljahr aus "Malka Mai" und beantwortete ausführlich die vielen Fragen der Schüler.  

Einen ganz anderen Blickwinkel hatte der jüdische Autor Thomas Meyer, der am Montagabend (17.3.) aus seinem Roman "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" las. Sein Held erlebt die Spannungen zwischen religiösem Anspruch und modernem Leben.  

Drei Jugendliche aus der jüdischen Gemeinde in Dortmund waren am Dienstag, 18.3., im "Café interreligiös" in der Jugendkirche zu Gast. Selbstbewusst, sympathisch und witzig erzählten sie, wie sie heute Judentum leben. Dabei beantworteten sie viele Fragen: "Was nervt dich am meisten?" Antwort: "Vorurteile von christlichen oder muslimischen Mitschülern", aber auch: "Wie lassen sich Sabbat und Fußball vereinen?" Eine Frage, auf die es mehr als nur eine Antwort gab. Deutlich wurde auch das Gemeinsame zwischen christlichen und jüdischen Jugendlichen. Die Religion spielt eine wichtige Rolle im Leben, aber sie ist nicht alles. Jeder Einzelne muss immer wieder selbst entscheiden, was für ihn wichtig ist.

Das Programm der 30. Woche der Brüderlichkeit wurde abgerundet mit dem eindrucksvollen Film "Zaytoun" am Mittwoch und der Aufführung der Messe "The Armed Man" von Karl Jenkins mit dem Chor Cantate 86 unter der Leitung von Werner Granz, die am Samstag (22.3.) in der Christuskirche stattfand. Am Sonntag, 23.3., ging die 30. "Woche der Brüderlichkeit - Begegnung mit dem Judentum" in Hamm mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Jugendkirche Hamm zu Ende.


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