17-06-15 |  15:00
"Aufstehen und losgehen!" - Kreissynode tagte am 16./17. Juni

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Hamm tagte am Dienstag, 16. Juni, und Mittwoch, 17. Juni, im Gemeindezentrum an der Christuskirche in Hamm Westen. Im Mittelpunkt stand am Dienstagabend die Aussprache über den Jahresbericht von Superintendent Frank Millrath und anschließend ein Abend der Begegnung. Am Mittwoch waren unter anderem das Betriebliche Gesundheitsmanagement sowie eine Stellungnahme der Kreissynode für Vielfalt, Toleranz und den Dialog der Religionen auf der Tagesordnung.


"Kirche mit Dienstleistungscharakter": Flexibel, kreativ und manchmal auch überraschend
In seinem Bericht für die Kreissynode entwarf Superintendent Frank Millrath das Bild einer "Kirche im Wandel", die flexibel, kreativ und manchmal auch überraschend ihre Botschaft in die Öffentlichkeit trägt. "Wenn sich die Welt und damit die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen immer rasanter verändern, kann die Kirche nicht einfach am Gewohnten und Vertrauten festhalten", bezog sich der leitende Theologe des Kirchenkreises Hamm auf den gesellschaftlichen Wandel, an dem auch die Kirche teilhat. So sei es erforderlich, mutig und zugleich gelassen neue Wege zu den Menschen auszuprobieren und dabei auch das Risiko einzugehen, Fehler zu machen. "Aufstehen und losgehen!" - unter diesem Leitmotiv ermutigte Millrath die Kirchengemeinden und Einrichtungen, "den Weg an die Orte zu suchen, an denen wir den Menschen und, mit ihnen gemeinsam, Gott begegnen können." Konkret plädierte er dafür, sich noch stärker für den jeweiligen Stadtteil und das Gemeinwesen zu öffnen und interessiert, aber unaufdringlich das Gespräch mit den Menschen zu suchen. Auch veränderte Gottesdienstzeiten sollten dabei kein Tabu sein, wenn sie dazu dienen, als "Kirche mit Dienstleistungscharakter" den veränderten Bedürfnissen der Kirchenmitglieder entgegen zu kommen.

Kirchenkreis führt Betriebliches Gesundheitsmanagement ein
Der Kirchenkreis Hamm führt unter dem Oberbegriff "Salutogenese" ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ein. Dabei geht es um einen längerfristigen Prozess mit dem Ziel, gemeinsam mit den über 700 Mitarbeitenden die Gesundheit in einem umfassenden Sinn zu erhalten und zu fördern. "Ob ein Mensch gesund ist und bleibt, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab - unter anderem auch von der Arbeit und den Arbeitsbedingungen", erläuterte Pfarrerin Dorothea Wahle-Beer, die Salutogenese-Beauftragte des Kirchenkreises. Durch das Gesundheitsmanagement wolle der Kirchenkreis seinen Beitrag dazu leisten, dass die Mitarbeitenden gesund sind und auch bleiben. "Dafür möchten wir in den nächsten zwei Jahren motivationshemmende Faktoren reduzieren und diejenigen Faktoren stärken, die die Motivation unserer Mitarbeitenden fördern." Im ersten Schritt soll nach den Sommerferien in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft VBG in der kreiskirchlichen Verwaltung eine Arbeits-Situations-Analyse durchgeführt werden, deren Ergebnisse in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Danach wird schrittweise auch in den anderen Arbeitsbereichen wie Kitas, Offene Ganztagsschule oder Pfarramt dieses Verfahren durchgeführt. Das Gesundheitsmanagement wird parallel im Kirchenkreis Unna eingeführt. So können beide Organisationen in diesem für die Kirche neuen Arbeitsfeld voneinander lernen und profitieren.

Erklärung für Vielfalt, Toleranz und den Dialog der Religionen
Mit einer Grundsatzerklärung setzt sich die Synode des Kirchenkreises Hamm für Vielfalt und Toleranz, den Dialog der Religionen und ein friedliches Zusammenleben der Menschen aus verschiedenen Nationen, Kulturen und Religionen ein. "Alle Formen von Rassismus, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit sind nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar", heißt es in der Erklärung, die im kreiskirchlichen Ausschuss für Gesellschaftliche Verantwortung und Umwelt erarbeitet und von Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich eingebracht wurde. Daher werden die Kirchengemeinden und Einrichtungen gebeten, diesen Grundsatz auch bei der Besetzung von Gremien, bei Wahlen, Berufungen und Beauftragungen zu beachten. An Organisationen und Personen, die diesem Ziel entgegen wirken, sollen keine kirchlichen Räume zur Verfügung gestellt oder vermietet werden. Hintergrund der Erklärung ist die wachsende Aktivität rechtsextremistischer Kreise in Hamm und Umgebung. In der Vergangenheit haben diese Kreise verschiedentlich versucht, auch auf kirchliche Aktivitäten Einfluss zu nehmen.

Wahlalter soll von 16 auf 14 Jahre gesenkt werden
Die Kreissynodalen stimmten darüber hinaus dem Vorschlag der westfälischen Landeskirche zu, das Wahlalter bei den alle vier Jahre stattfindenden Presbyterwahlen von 16 auf 14 Jahre zu senken. Auch die bisherige Regelung, die Wahlberechtigung an die Zulassung zum Abendmahl zu binden, soll nach dem Willen der Synode aufgehoben werden.

Zusammensetzung der Synode
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium der Evangelischen Kirche im Bereich Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne, so zu sagen das Kirchenparlament für rund 84.000 evangelische Christinnen und Christen in den zwölf evangelischen Kirchengemeinde der Region. Sie setzt sich zusammen aus 110 gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte so genannte Laien und Pfarrerinnen oder Pfarrer) und berufenen Mitgliedern. Der Kreissynodal-Vorstand wird gewählt und besteht aus dem Superintendenten und seiner Vertreterin, dem Schriftführer sowie einem weiteren theologischen Mitglied und fünf "Synodal-Ältesten". Die Synode im Kirchenkreis Hamm tagt in der Regel zweimal im Jahr.


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