27-11-15 |  21:06
Beratung über Finanzen und Engagement für Flüchtlinge

Zur Herbstsynode traten am Freitag, 27. November, die 110 Delegierten des Evangelischen Kirchenkreises Hamm im Gemeindezentrum der Auferstehungskirche Bockum-Hövel zusammen. Einstimmig verabschiedete die Synode eine Stellungnahme gegen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Abschiebepraxis.


Auf der Tagesordnung stand zunächst die Beratung und Verabschiedung des Haushaltsplans für 2016. Der geht gegenüber 2015 von einem Zuwachs der Kirchensteuern um 263.780 Euro auf 9,99 Mio. Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr steigt erneut auch die Zuweisung für den Betrieb und die Verwaltung der 37 Kindertageseinrichtungen: 1,225 Mio. Euro werden hier aus Kirchensteuern investiert, das sind 23.370 Euro mehr als 2015 und 12,2 Prozent der Kirchensteuern insgesamt. Weitere Themen waren eine theologische Grundlegung für die Erklärung der Sommersynode 2015 gegen Rassismus, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit, sowie die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Hamm.

Superintendent: "Geordnete Finanzen halten den Rücken frei für das, wofür wir da sind!"
Bei der Eröffnung der Kreissynode nahm Superintendent Frank Millrath auf die aktuelle Situation Bezug: "Während Vieles zur Zeit im Umbruch ist und die Folgen von Krieg, Terror und Gewalt uns immer näher kommen, tun wir das, was wir immer tun: Wir sind da für die Menschen, die Hilfe brauchen und für die, die helfen wollen. Wir beten für den Frieden und setzen uns tatkräftig ein für ein friedliches Miteinander der Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen. Damit wir dafür den Rücken frei haben, ordnen wir heute unsere Finanzen. So können wir in Kitas und Ganztagsbetreuung an den Schulen, in Jugendarbeit und Seelsorge und an ganz vielen unterschiedlichen Orten tun, wofür wir als Kirche da sind." Ausdrücklich dankte der leitende Theologe des Kirchenkreises Hamm den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich in Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst und Werne in zahlreichen Projekten für die Unterstützung von Flüchtlingen engagieren und rief dazu auf, dieses Engagement weiter auszubauen.

Synode wendet sich gegen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Abschiebepraxis
Einstimmig verabschiedete die Synode eine Stellungnahme gegen die kürzlich beschlossene Verschärfung der Abschiebepraxis. Den Vollstreckungsorganen wird dadurch zwingend vorgeschrieben, den Betroffenen nach Ablauf der Frist zur freiwilligen Ausreise den Termin der Abschiebung nicht mehr mitzuteilen. Die Kreissynode bittet die Kirchenleitung der Westfälischen Landeskirche in Abstimmung mit der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) darauf hinzuwirken, dass diese "inhumane Verschärfung" zurückgenommen wird. Konnten die lokalen Behörden bislang auf die jeweilige Situation individuell und gegebenenfalls flexibel reagieren, ist ihnen mit dieser Vorschrift die Möglichkeit genommen, die Abschiebung so human wie möglich zu gestalten. "Es ist zu befürchten, dass so auch im Kirchenkreis Hamm in Zukunft sich verzweifelt gegen die Abschiebung wehrende Menschen und weinende Kinder zum Szenario einer Abschiebung gehören werden", heißt es in dem Beschluss.

Die positive Stimmung gegenüber Flüchtlingen fördern und wahren
Gelungene Praxisbeispiele und Anregungen für die Arbeit mit Flüchtlingen in den Gemeinden des Kirchenkreises stellte der Beauftragte des Kirchenkreises für Migration und Asyl Pfarrer Otmar Rüther vor. "Wir können viel dazu tun, die positive Stimmung gegenüber Flüchtlingen zu fördern und zu wahren", heißt es in einer entsprechenden Arbeitshilfe. Sie ruft besonders zur Unterstützung für dezentral untergebrachte Flüchtlingsfamilien im Alltag und die persönliche Begegnung mit ihnen auf. Der Kirchenkreis Hamm hat unter der Leitung von Pfarrer Rüther einen Arbeitskreis Flüchtlinge eingerichtet, der das Engagement und die Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis miteinander vernetzt.

Rassismus und Menschenfeindlichkeit sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar
Die Synode verabschiedete eine theologische Grundlegung für die im Sommer 2015 beschlossene Grundsatzerklärung gegen Rassismus. Mit Bezug auf die Schöpfungsgeschichte, die Zehn Gebote und viele weitere Bibelstellen wird festgestellt, dass "Rassismus, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit mit dem christlichen Glauben unvereinbar" sind.

Die Haushaltspläne stehen unter www.kirchenkreis-hamm.de/finanzen zum Download bereit.

Zusammensetzung der Synode
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium der Evangelischen Kirche im Bereich Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne, so zu sagen das Kirchenparlament für rund 84.000 evangelische Christinnen und Christen in der Region. Sie setzt sich zusammen aus 110 gewählten Vertreterinnen und Vertretern der 12 Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Pfarrerinnen oder Pfarrer) und berufenen Mitgliedern. Der Kreissynodalvorstand wird gewählt und besteht aus dem Superintendenten und seiner Vertreterin, dem Schriftführer sowie einem weiteren theologischen Mitglied und fünf "Synodalältesten". Die Synode im Kirchenkreis Hamm tagt in der Regel zweimal im Jahr.


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