05-09-20 |  18:01
Kreissynode tagte unter Corona-Bedingungen

Die Kreissynode Hamm hat am Samstag, 5.September 2020, unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln in der Alfred-Fischer-Halle in Hamm-Heessen getagt.


Von den 103 Delegierten machten 16 Synodale von der Möglichkeit Gebrauch, digital per Videoschaltung teilzunehmen. Im Mittelpunkt stand zunächst der Bericht von Superintendentin Kerstin Goldbeck. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Einführung von ökologisch-fairen Beschaffungsleitlinien und die turnusgemäßen Wahlen zum Kreissynodalvorstand (KSV), zur Landessynode und zu den kreiskirchlichen Ausschüssen.

"Entschieden seelsorgerlich": Plädoyer für eine mutige, kreative und unkonventionelle Kirche
"Nichts hat die kirchliche Praxis in den letzten hundert Jahren so tief erschüttert, wie die Corona-Krise. Selbst in den Kriegen haben Menschen sich zum Gottesdienst versammelt", stellte Superintendentin Kerstin Goldbeck in ihrem Bericht fest. Im Rückblick auf den so genannten Lock-Down, der sogar die Durchführung der Oster-Gottesdienste verhinderte, wies sie die Kritik zurück, die Kirche habe die Menschen allein gelassen. Ganz im Gegenteil seien im Kirchenkreis Hamm zahllose kreative und innovative Ideen umgesetzt worden, um trotz der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen so gut es ging "nah bei den Menschen" zu sein. Zugleich forderte die leitende Theologin des Kirchenkreises Hamm alle in der Kirche Mitarbeitenden auf, "mutig, kreativ und unkonventionell" und bei allem "entschieden seelsorgerlich" gemeinsam mit den Menschen nach vorne zu schauen: "Es ist unser Auftrag, für die das Wort zu ergreifen und zu arbeiten, denen die Corona-Krise besonders hart zugesetzt hat: für die Kinder und Jugendlichen, die Alleinerziehenden, die prekär Beschäftigten, die Menschen auf der Flucht. Es ist unser Auftrag, in einer Gesellschaft, durch die tiefe Risse gehen, die Auseinandersetzung zu suchen, Position zu beziehen und Brücken zu bauen. Das geht nicht im binnenkirchlichen Raum, aber es geht in Zusammenarbeit mit Organisationen und Menschen jenseits der Kirche."

Leitlinien für ökofaire Beschaffung verabschiedet
Einstimmig hat die Synode ökofaire Leitlinien zur Beschaffung, Auftragsvergabe und Bewirtschaftung beschlossen. Durch die Einhaltung sozialer Standards zur Ausrichtung der Wirtschaft an der Menschenwürde und den Menschenrechten und ökologischer Kriterien zur Nachhaltigkeit will der Kirchenkreis verstärkt seinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit leisten. So soll in einem ersten Schritt im Kreiskirchenamt und den kreiskirchlichen Diensten wie Jugendreferat oder Erwachsenenbildung vollständig auf die Verwendung von Recycling-Papier umgestellt werden.

Neuwahl für Kreissynodalvorstand, Landessynode und Ausschüsse
Turnusgemäß erfolgte die Neuwahl in den Kreissynodalvorstand für acht Jahre. Zum Synodalassessor (stellvertretender Superintendent) wurde Pfarrer Dr. Tilman Walther-Sollich gewählt. Sein Stellvertreter wurde Pfarrer Ralph Haitz (Kirchengemeinde Hamm). Neu in den Kreissynodalvorstand wurden die nicht-theologischen Mitglieder Diakon Dirk Bennemann (Kirchengemeinde Bönen), Barbara Conrad (Kirchengemeinde Hamm) und Dörte Reinecke (Emmaus-Kirchengemeinde) gewählt. Die Einführung des neuen Kreissynodalvorstands erfolgt am Freitag, 11.09.20, um 17.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Jugendkirche Hamm. Des weiteren wurden für jeweils vier Jahre die vier Delegierten zur Landessynode und die Mitglieder der kreiskirchlichen Ausschüsse gewählt.

Zustimmung für Gesetzgebungsverfahren der Landeskirche
Einstimmig stimmte die Synode schließlich dem Entwurf für ein neues Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu. Mit großer Mehrheit stimmte sie auch der Änderung der Wählbarkeitsvoraussetzungen für das Amt des Superintendenten zu. Beides wird nun bei der Landessynode im November endgültig entschieden.

Synodenzusammensetzung:
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium für rund 77.000 Evangelische in den zwölf Kirchengemeinden in Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne. Sie besteht aus 103 gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Theologen) und berufenen Mitgliedern.


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