Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Geschichten aus Hamm

 

Woche der Brüderlichkeit zu „1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“

Vom 19. bis 26. September 2021 findet in Hamm unter dem Motto „Zu eurem Gedächtnis – 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ die „37. Woche der Brüderlichkeit – Begegnung mit dem Judentum“ statt. „Es ist gelungen, in diesem Jubiläumsjahr ein Programm mit deutlichem Lokalbezug zusammenzustellen“, freut sich Pfarrer Carsten Dietrich, Vorsitzender des Arbeitskreises Woche der Brüderlichkeit, auf insgesamt zehn Veranstaltungen. Sechs davon finden in der Woche ab dem 19. September statt. Vier weitere folgen bis zum 9. November, dem Gedenktag der Reichspogromnacht, an dem 1938 auch in Hamm die Synagoge zerstört wurde.

„1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, das ist wie ein dickes Buch. Wir haben einige Kapitel aus diesem Buch, die mit unserer Stadt zu tun haben, aufgeschlagen um sie genauer zu betrachten“, lädt Carsten Dietrich zu dem vielfältigen Programm ein. Beginn ist am Sonntag, 19.9., um 17.00 Uhr im Heinrich-von-Kleist-Forum (Gerd-Bucerius-Saal, Platz der Deutschen Einheit 1, 59065 Hamm) mit einem Vortrag von Micha Limor (Haifa, Israel) über „Die Wurzeln in Hamm, der Baum in Jerusalem“. Der bekannte israelische Journalist und Fernsehmoderator, dessen Familie Wurzeln in Hamm hat, beschäftigt sich mit den Einwanderern, die Deutschland während der Shoa verlassen haben und in Israel versuchten, ein neues Leben aufzubauen. Am Montag (20.9.) liest der in Hamm geborene brasilianische Autor Franz-Josef Brüseke aus seinem Roman „Zeus und Goldenberg“. Der spielt im Jahr 1936 in Hamm und dreht sich um einen jungen Kommunisten und einen ungläubigen Juden, die von einem Pfarrer aufgenommen und versteckt werden, bis sie in das Visier der Nazis geraten.  

Am Mittwoch (22.9.) lädt das VHS-Kino zu dem deutsch-israelischen Film „Kiss Me Kosher“ ins CinemaxX ein. Ein Besuch der Synagoge der jüdischen Gemeinde „haKochaw“ in Unna ist für Donnerstag (23.9.) geplant. Am Samstag (25.9.) bringt das Gernsheim-Duo unter dem Motto „Eine Melodie singt mein Herz, die du gesungen…“ Werke vergessener jüdischer Komponisten auf die Bühne. Der Abschlussgottesdienst am Sonntag (26.9.) findet in der St.-Georgs-Kirche im Hammer Osten statt und steht unter der Überschrift „Man soll durch das Dach die Sterne sehen können“.

„Wegen Corona haben wir die Woche der Brüderlichkeit in den September verschoben“, erläutert Pfarrer Dietrich, dass der traditionelle März-Termin nicht eingehalten werden konnte. „In diesen Tagen feiern die jüdischen Gemeinden das Sukkot-Fest, auch Laubhüttenfest genannt, in dem es unter anderem um Gastfreundschaft und die Begegnung von Kulturen und Religionen geht“, so Dietrich weiter. „Überall in Deutschland laden Synagogen zum Besuch ein. Wir fanden den Gedanken schön, die Woche der Brüderlichkeit in diese Zeit zu legen.“

Außerhalb der eigentlichen Veranstaltungswoche geht es am Mittwoch, 29. September, weiter mit dem Journalisten und Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling: „Für Fußball hättest du mich nachts wecken können“. Sein Vortrag gibt sportliche Einblicke in die jüdische Alltagsgeschichte Westfalens und Hamms im Besonderen. Ein Stadtgang auf den Spuren jüdischen Lebens widmet sich am 30. Oktober dem Thema „Jüdische Juristen“ in Hamm. Am 2. November lädt der Arbeitskreis ein zu einer Exkursion in das Jüdische Museum in Dorsten. Dort erzählt eine Dauerausstellung vom jüdischen Leben in Westfalen. Die Biografie des Hammer Anwalts Hugo Mendel steht am 9. November im Mittelpunkt. „Wenn jemand anruft, sagt, ich bin tot“ - so der Titel der Veranstaltung, die in Anwesenheit seines Enkels Emanuel Rosen an den Kampf der Familie Mendels um Identität und Würde erinnert.
 
 

 
 

 

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