Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Synode beschließt Haushalt für 2022

 

Rückgang der Kirchensteuern erfordert Fortsetzung der defensiven Haushalsplanung

Die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Hamm hat am Freitag, 26. November, den Haushalt 2022 beschlossen. Die 104 Abgeordneten der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises haben bei der digitalen Synode grünes Licht für eine Fortsetzung der defensiven Finanzplanung gegeben, die einem immer deutlicher werdenden Rückgang der Kirchensteuern Rechnung trägt. So wird für 2022 ein Rückgang der Kirchensteuerzuweisungen um 471.473 Euro auf 11,06 Mio. Euro erwartet. Die zeitgleich steigenden Ausgaben für Personal- und Energiekosten sollen durch eine Entnahme von 533.237 Euro aus Rücklagen ausgeglichen werden.

„Uns ist bewusst, dass wir uns darauf einstellen müssen, mit weniger Geld Kirche zu sein, und uns ist gleichermaßen bewusst, dass wir im globalen Vergleich weiterhin eine reiche Kirche mit vielen Möglichkeiten sind“, ordnet Superintendentin Kerstin Goldbeck die Haushaltszahlen ein und betont: „Dafür sind wir dankbar!“ Dank einer vorausschauenden Haushaltsplanung und der konjunkturellen Erholung sei der Evangelische Kirchenkreis bislang mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise gekommen, erläuterte die leitende Theologin für rund 75.600 Evangelische im Bereich Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst und Werne. „Wir werden unsere defensive Finanzplanung der vergangenen Jahre konsequent fortsetzen“, so die Superintendentin weiter, „und wir werden zugleich unter anderem mit dem kürzlich beschlossenen Konzept der Interprofessionellen Pastoralteams dafür Sorge tragen, dass wir auch weiterhin vor Ort nah bei den Menschen bleiben.“

Finanzplanung für 2022 rechnet mit weiterem Rückgang bei den Kirchensteuern um 471.473 Euro
Für 2022 wird mit einem Rückgang der Kirchensteuern um 471.473 Euro auf 11,06 Mio. Euro gerechnet (2021: 11,54 Mio. Euro). Weiterhin auf hohem Niveau liegt die Zuweisung von Kirchensteuern für den Betrieb und die Verwaltung der 39 Kindertageseinrichtungen. Die Investitionen aus Kirchensteuern in diesen Arbeitsbereich fallen dabei 2022 mit 1,3 Mio. Euro etwas geringer aus als 2021 (1,6 Mio. Euro). „Nach wie vor setzen wir bei unseren Investitionen in die Kitas erneut einen besonderen Schwerpunkt“, unterstrich Verwaltungsleiter Friedrich Disselhoff bei der Einbringung des Haushalts, dass 11,76 Prozent der Kirchensteuern in diesen Arbeitsbereich fließen.

Trotz steigender Personal- und Energiekosten bleibt die Zuweisung von Kirchensteuern an die Kirchengemeinden, mit der Personal, Gebäude und die inhaltliche Arbeit finanziert werden, auf etwa dem gleichen Niveau wie 2021. Die Gemeinden erhalten je Gemeindemitglied 40 Euro sowie zusätzlich die Finanzierung der Interprofessionellen Pastoralteams, die mehr als ein Drittel der gesamten Kirchensteuerzuweisungen an den Kirchenkreis ausmachen (4,1 Mio. Euro).

Das Haushaltsvolumen des Kirchenkreises Hamm einschließlich aller Refinanzierungen liegt mit 47,9 Mio. Euro um knapp 1 Mio. Euro höher als in 2021 (46,9 Mio. Euro). Dieser Zuwachs ergibt sich vor allem aus Kostensteigerungen. Der Kita-Haushalt ist mit 31,8 Mio. Euro, wovon 1,3 Mio. Euro aus Kirchensteuern sind, der größte Haushaltsposten des Kirchenkreises.

 

Finanzfakten 2021/2022

Haupteinnahmequelle des Evangelischen Kirchenkreises Hamm ist die Zuweisung von Kirchensteuern. Darüber hinaus erhält der Evangelische Kirchenkreis Hamm sachgebundene öffentliche Refinanzierungen. Diese beruhen auf dem Subsidiaritätsprinzip: Sozialstaatliche Aufgaben sollen nach Möglichkeit nicht durch den Staat selbst, sondern durch unterschiedliche soziale Träger erfüllt werden.

Gesamtvolumen 47,9 Mio. Euro einschließlich Refinanzierungen
Das Gesamtvolumen aller Haushalte 2022 einschließlich Refinanzierungen beträgt rund 47,9 Mio. Euro ohne die Haushalte der Kirchengemeinden, zu denen auch die Friedhofshaushalte gehören. Diese werden von den Kirchengemeinden aufgestellt und liegen dort zur Einsichtnahme bereit. Das Haushaltsgesamtvolumen setzt sich zusammen aus 11,06 Mio. Euro Kirchensteuereinnahmen und 533.237 Euro Rücklagenentnahme. Hinzu kommen 31,8 Mio. Euro für den Gesamthaushalt der Tageseinrichtungen für Kinder, davon 30,6 Mio. Euro aus Refinanzierungen und 1,3 Mio. Euro aus Kirchensteuern. Gut 2 Mio. Euro umfasst der Gesamthaushalt der Ganztagsbetreuung an Schulen. Rund 2,1 Mio. Euro ergeben sich aus Refinanzierungen z.B. im Bereich der offenen Jugendarbeit oder der „Werkstadt für Demokratie und Toleranz“ sowie auf Einkünfte aus Vermietungen, Pacht- und Zinserträgen (rund 320.000 Euro).

Rückgang der Kirchensteuern auf 11,06 Mio. Euro
Die Finanzplanung 2022 geht gegenüber 2021 (11,54 Mio. Euro) von einem Rückgang der Kirchensteuern um 471.473 Euro auf 11,06 Mio. Euro aus. Die Gemeindegliederpauschale, mit der Personal, Gebäude und die inhaltliche Arbeit in den Kirchengemeinden finanziert werden, bleibt in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2021. Die Gemeinden erhalten je Gemeindemitglied 40 Euro (2021: 39 Euro) sowie zusätzlich die Finanzierung der Interprofessionellen Pastoralteams, die mehr als ein Drittel der gesamten Kirchensteuerzuweisungen an den Kirchenkreis ausmachen (4,1 Mio. Euro). Aus der Ausgleichsrücklage sollen 533.237 Euro entnommen werden.

Aufwendungen für die Kitas bleiben mit 1,3 Mio. (11,76 % der Kirchensteuern) auf hohem Niveau
Weiterhin auf hohem Niveau liegt die Zuweisung von Kirchensteuern für den Betrieb und die Verwaltung der 39 Kindertageseinrichtungen. Die Investitionen aus Kirchensteuern in diesen Arbeitsbereich fallen dabei 2022 mit 1,3 Mio. Euro etwas geringer aus als 2021 (1,6 Mio. Euro), betragen aber immer noch 11,76 % der Kirchensteuereinnahmen. Der Kita-Haushalt als größter Haushaltsposten steigt gegenüber 2021 (31,2 Mio. Euro) auf insgesamt 31,8 Mio. Euro.

Mehrzuweisung 2020 ermöglicht rückwirkendes Plus für die Gemeindearbeit
Verschiedene Minderausgaben und eine Mehrzuweisung von 781.369 Euro an Kirchensteuern ermöglichten für 2020 rückwirkend eine Mehrzuweisung in Höhe von 236.625 Euro (3 Euro je Gemeindeglied) an die Kirchengemeinden. Durch die zum 1.1.2020 erfolgte Umstellung auf Kaufmännische Buchführung (NKF) liegt für das Jahr 2020 noch kein Haushaltsabschluss vor.

Langfristiges Minus bei Mitgliederzahlen durch demografischen Wandel
Vor allem durch den demografischen Wandel setzt sich der Rückgang der Mitgliederzahlen im Evangelischen Kirchenkreis Hamm langfristig fort. Wohnten zum Stichtag 31.12.2019 noch 77.280 Evangelische im Kirchenkreis, waren es zum 31.12.2020 nur noch 75.600, ein Minus von 1.680 Gemeindegliedern. Im Jahr 2020 gab es dabei 896 Beerdigungen und – bedingt durch die Corona-Pandemie, die Taufgottesdienste nur sehr eingeschränkt ermöglichte – nur 276 Taufen. Außerdem gab es 48 Kircheneintritte und 416 Kirchenaustritte. Ein Minus von 692 Gemeindemitglieder ist durch Abwanderung aus dem Gebiet des Kirchenkreises zu verzeichnen. In 2021 gab es bisher (Stand: 15.11.2021) 41 Eintritte und 429 Austritte.

Synodenzusammensetzung der Synode
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium für rund 75.600 Evangelische in den zwölf Kirchengemeinden in Ahlen, Ascheberg-Herbern, Bönen, Drensteinfurt-Walstedde, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne. Sie besteht aus 104 gewählten Vertreter*innen der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Theologen) und berufenen Mitgliedern.

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