Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Musik und Stille als Gottesdienst-Erfolgsmodell

 

Gottesdienstreihe "Sound and Silence" gewinnt TeamGeist-Preis der Ev. Kirche von Westfalen 

Musik und Stille als Erfolgsmodell: Das ist die innovative Gottesdienstreihe "Sound and Silence", mit der die Ev. Kirchengemeinde Pelkum-Wiescherhöfen im August gestartet war und in der auch kirchenferne Menschen einen Zugang zur Spiritualität finden sollen. Das alles hat auch ein Gremium der Westfälischen Landeskirche überzeugt, das dem Format jetzt einen Förderpreis in Höhe von 20.000 Euro aus dem Innovationsfonds "TeamGeist" bewilligte. Er wurde in Witten an Pfarrer Matthias Eichel und die Band um Pop-Kirchenmusikerin Ulrike Egermann übergeben. Neben der Keyboarderin gehören ihr Mann Bernhard (E-Gitarre, Akustik-Gitarre), Paula Föst (Gesang) sowie der Rapper und Songschreiber Benedikt Preiß zur Band. Zu ihrem Repertoire gehören neue Kirchenlieder und Rap-Stücke, aber auch klassische Kirchenlieder in modernem Gewand. Zusammen mit Momenten der Stille und spirituellen Impulsen zu einem bestimmten Thema werden sie in der Regel immer am ersten Freitag im Monat in der Ev. Friedenskirche präsentiert.

Und das kommt an, vor allem bei der U60-Generation, aber auch bei älteren Gemeindegliedern. Rund 100 Interessierte hätten in den vergangenen Monaten die jeweiligen Gottesdienste verfolgt - an Ort und Stelle oder auch online. Das seien deutlich mehr als in den normalen Sonntagsgottesdiensten in der Gemeinde, wie Pfarrer Matthias Eichel berichtet. "Wir möchten mit dem Format neue Zielgruppen erreichen." Neu - und damit innovativ - sind bei "Sound and Silence" auch die Zeit, der Ort und die Form des Gottesdienstes. Er fände am Ende einer oft stressigen Arbeitswoche statt. Am Übergang zum Wochenende könnten Menschen bei "Sound and Silence" runterkommen und zu sich finden. "Sonntags würde das Konzept nicht funktionieren", ist sich der Gemeindepfarrer sicher. Jeder "Sound an Silence"-Gottesdienst steht unter einem bestimmten Motto, zu dem auch die Musik passt. Statt langen Predigten und vielen Worten gibt es spirituelle Impulse und immer wieder Momente der Stille. Wie Ulrike Egermann erklärt, kämen vor allem die Rap-Einlagen von Benedikt Preiß bei den Besuchern gut an. Er könne sehr gut mit Worten umgehen. Und: "Rap ist schonungslos ehrlich".

Um die Gottesdienstform in den neuen Medien noch breiter zu streuen, soll jetzt in die technische Ausstattung investiert werden. Unter anderem wolle man sich, so Egermann, ein neues E-Piano und einen neuen Verstärker anschaffen, zudem wolle man in die Tonaufnahmen investieren. Bislang seien die Gottesdienste mit einer Handykamera aufgenommen worden. Die Qualität sei zwar nicht schlecht, könnte aber noch besser sein. Außerdem wolle man sich einen Beamer anschaffen. Man wolle die Gottesdienstbesucher über eine App direkt einbeziehen. Noch während des Gottesdienstes könnten sie sich zum Thema äußern. Über den Beamer werden die Gedanken - natürlich anonym - an die Wand geworfen. Auch das sei eine neue Form, sich auszudrücken. Mitmachen könnten zudem Menschen, die sich den Gottesdienst online anschauen. (stg)


Sound & Silence
Der nächste Gottesdienst "Sound and Silence" findet am Freitag, 6. Mai, ab 19 Uhr in der Friedenskirche, Weetfelder Straße 104, zum Thema "Muttersprache" statt. Im Juni ist er ausnahmsweise am letzten Freitag im Monat (24. Juni). Erste Termine nach den Ferien sind der 5.08. und der 2.09., dann im Lichthof von Heinrich Robert.
Weitere Informationen: Sound & Silence 

Zur Sache
Der bis 2025 mit insgesamt drei Millionen Euro ausgestattete Innovationsfonds "TeamGeist" der Ev. Kirche von Westfalen fördert kirchliche "Start-ups für die Kirche von morgen" mit zukunftsweisenden Projekten und Modellen christlichen Lebens. Bereits im letzten Jahr wurde das Pilotprojekt "Konfi-Zeit" als neues Konzept für die Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis Hamm mit 105.000 Euro ausgezeichnet. Weitere Informationen: www.teamgeist.jetzt .

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Der Theologische Vizepräsident der Ev. Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter (v.l.), übergab die Auszeichnung an Pfarrer Matthias Eichel und Pop-Kirchenmusikerin Ulrike Egermann.

 

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Pfarrer Matthias Eichel und Pop-Kirchenmusikerin Ulrike Egermann Foto: Itermann/Creative Kirche