Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

"1.700 Jahre freier Sonntag" Online-Veranstaltung am 3. März

 

Was bedeutet der freie Sonntag heute?

Drei Fragen an Pfarrer Dr. Walther-Sollich

Am 3. März feiert der "Freie Sonntag" sein 1700. Jubiläum.
Kaiser Konstantin der Große führte am 3. März 321 n.Chr. per Edikt den ersten staatlichen Schutz des arbeitsfreien Sonntags der Geschichte ein. Aus diesem Anlass lädt die kirchlich-gewerkschaftliche Allianz für den freien Sonntag am Mittwoch, 3. März, von 11 bis 13 Uhr zu einer deutschlandweiten Online-Veranstaltung "1.700 Jahre freier Sonntag" ein. Das Jubiläum kann im Livestream öffentlich und kostenlos auf www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de/jubilaeum verfolgt werden.

Grund genug, um nachzufragen bei Dr. Tilman Walther-Sollich, Pfarrer für Politische Diakonie im Kirchenkreis Hamm, der den Kirchenkreis in der Hammer "Allianz für den freien Sonntag" vertritt. In diesem lokalen Bündnis engagieren sich auch die Katholische Kirche, hier vor allem die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB, der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB und die Hammer Frauenverbände für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags.

Ist ein "freier Sonntag" in Zeiten von Corona und Lockdown überhaupt angemessen und wirtschaftlich sinnvoll?

Dr. Walther-Sollich: "Eindeutig Ja: Gerade in Zeiten der Krise sind wir darauf angewiesen, zu unseren spirituellen Wurzeln und damit im wahrsten Sinne des Wortes zur Besinnung zu kommen. Der arbeitsfreie Sonntag ist ja tief in der jüdisch-christlichen Kultur verankert. Er hat göttliche Qualität. Denn selbst Gott ruht am siebten Tag von seiner Schöpfung. Aber das ist nicht nur Wochenende im Sinne von Erholung und Ausspannen, wie wir das handhaben, sondern das ist "heilige Arbeit" und als solche die Voraussetzung dafür, dass das profane wirtschaftliche und soziale Leben überhaupt funktionieren kann."

Warum engagieren sich gerade die Kirchen für den "freien Sonntag"?

Dr. Walther-Sollich: "Weil wir diese gemeinsame freie Zeit brauchen. Der Sonntag ist für uns nicht zufällig der erste Tag der Woche. Darin kommt zum Ausdruck, dass alles Arbeiten und Wirtschaften darin seinen Ausgangspunkt hat, dass wir Luft holen und in der Besinnung auf "das Heilige" Kraft schöpfen. Das Besondere dabei ist, dass wir das gemeinsam tun. Es wäre etwas ganz Anderes und hätte massive Auswirkungen auf das Familienleben und das soziale Leben insgesamt, wenn jeder an einem anderen Tag in der Woche frei hätte, so wie es die Arbeit gerade zulässt. Der freie Sonntag steht dafür, dass nicht alles der Wirtschaft untergeordnet ist."

Bitte ergänzen Sie: An einem freien Sonntag...

Dr. Walther-Sollich: "...ist Zeit für alles, was sonst im Alltag keinen Raum hat. Man könnte sagen: Der Sonntag ist für Glaube, Liebe und Hoffnung da, um in der biblischen Sprache zu bleiben. Oder konkreter: Für Gemeinschaft, Familie, Freunde, Hobbys. Wenn es gut läuft, strahlt so ein Sonntag positiv auf den Alltag aus. Darum müssen verkaufsoffene Sonntage die strikte Ausnahme bleiben."

 

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