Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Ostern: Der Stein ist weggerollt

 

Ostergruß von Superintendentin Kerstin Goldbeck

Was mit dem Bild hier augenzwinkernd in den sozialen Medien verbreitet wurde, birgt den Kern der Osterbotschaft in sich: Die lebensschaffende Kraft Gottes lässt sich nicht einsperren und unter Verschluss halten! Diese Botschaft ist so nötig! Eine neue Wortschöpfung beschreibt das Lebensgefühl, das viele teilen: „mütend“ seien sie, müde und wütend, erschöpft von einem Jahr voller Verzicht und Sorge und aufgebracht über die Undurchschaubarkeit politischer Entscheidungen. Die Folgen der Pandemie liegen wie Blei auf dem Land - oder wie Stein.
 
„Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Die Frauen, die am Ostermorgen so fragen, haben aufgehört zu hoffen, dass die Dinge noch eine gute Wendung nehmen könnten. Alles fühlt sich nach Schwere und Überforderung an, selbst der Gedanke, wie sie den Toten denn finden könnten. Aber am Grab sehen sie staunend, dass der schwere Stein zur Seite gerollt ist. Zögerlich und fassungslos erkennen sie, dass der Tod Jesus nicht halten konnte. Diese Wahrheit erschüttert und ängstigt sie. Und doch gehen sie damit in die Welt und sagen es weiter: Der Herr ist auferstanden!
 
Wenn wir Ostern feiern, dann müssen die Steine auf Menschenseelen weichen: Die Steine von Angst und Sorge, von Müdigkeit und Erschöpfung, von Ohnmacht und Wut. Wir werden anreden und ansingen und anglauben gegen alle Steine dieser Welt – auch und erst recht mitten in der Pandemie! Denn wir vertrauen auf Gottes Kraft, die den Weg ins Leben für uns schon gebahnt hat, die in „mütenden“ Menschen neue Zuversicht und Hoffnung weckt.
 
Der schwere Stein ist weggerollt. Frohe, gesegnete Ostern!

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