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Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Verschwörungsmythen und "Fake Facts"

 

Werkstadt für Demokratie und Toleranz lädt ein zum Online-Vortrag am 5. Mai

Verschwörungstheorien sind kein neues Phänomen, durch die "Querdenker"-Bewegung im Zuge der Coronapandemie aber aktueller und gesellschaftlich relevanter denn je. Denn mittlerweile ist die Basis für Verschwörungstheorien breiter geworden. "Jetzt trifft man sie oft auch im privaten Umfeld an", sagt Jakob Schirmböck von der "Werkstadt für Demokratie und Toleranz" des Ev. Kirchenkreises Hamm.

Aus diesem Grund rückt die Werkstadt das Thema mit der digitalen Veranstaltung zum Thema "Verschwörungsmythen und Fake Facts" am Mittwoch, 5. Mai, von 19 bis 20.30 Uhr in den Fokus. Rund 45 Minuten lang wird zunächst die Journalistin, Bloggerin und Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun einen Vortrag halten zu der Frage: Was passiert, wenn Menschen sich aus der gesellschaftlichen Faktenbasis herauslösen und eine eigene Realität entwerfen? Antworten darauf zeigt Nocun bereits in ihrem zusammen mit der Psychologin Pia Lamberty verfassten Buch "Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen" und wird diese im Anschluss an den Vortrag auch mit den Moderatoren der Veranstaltung gemeinsam mit den Teilnehmern diskutieren.

"Wir möchten es interaktiv gestalten", erklärt Organisator Jakob Schirmböck. Teilnehmen könne daher jeder, den das Thema interessiert. Worum man überhaupt ein solch sensibles Thema ansprechen möchte? "Der Bedarf ist auch in Hamm da, denn viele Menschen fühlen sich bei dieser Thematik hilflos", erklärt Schirmböck auch im Hinblick auf die in der Lippestadt gewachsene "Querdenker"-Szene. Denn: Das Schwierige an dem Thema sei, dass eine Diskussion mit Verschwörungstheoretikern meist schwer sei - auch dann, wenn es Menschen aus dem eigenen Umfeld betrifft. Der Grund: "Verschwörungstheoretiker kreieren ihre eigene Realität", erklärt der Mitarbeiter der "Werkstadt für Demokratie und Toleranz".

Genau diese eigene Realität sei unterdessen eine Gefahr für die Demokratie. Denn immer mehr Einfluss hätten die einst durch Ex-US-Präsident Donald Trump berühmt gewordenen "alternativen Fakten" auch in der Politik - auch deshalb, weil sich das rechte Spektrum immer mehr mit den "Querdenkern" vermischt und auch politisch öfter in Erscheinung tritt. "Deshalb sehe ich die Coronasituation mit Sorge", erklärt Jakob Schirmböck. In der "Zoom"-Veranstaltung wird es auch um die historischen Bezüge zu Verschwörungstheorien gehen, die in der Nazigeschichte Deutschlands liegen und, wie Schirmböck erklärt, daher oft einen antisemitischen Bezug haben.

Teilnahme
Die Veranstaltung "Verschwörungsmythen und "Fake Facts" findet am 5. Mai von 19 bis 20.30 Uhr digital über das Internetforum "Zoom" statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung per E-Mail an werkstadt@kirchenkreis-hamm.de ist erforderlich, danach erhalten die Teilnehmenden die Zugangsdaten. Weitere Information: werkstadt-hamm.de.

 

 

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