Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Entscheidung für seelsorgliches Profil

 

Die Synode des Kirchenkreises Hamm hat die Wiederbesetzung und Aufstockung der vakanten Seelsorge-Pfarrstelle beschlossen.

Das kirchenleitende Gremium hat sich damit am Dienstag, 11. Mai 2021, klar für ein seelsorgliches Profil ausgesprochen. Die 105 stimmberechtigten Synodalen waren unter der Leitung von Superintendentin Kerstin Goldbeck per Videokonferenz mit dem Synodenstudio in der Jugendkirche Hamm verbunden. Im Mittelpunkt stand zunächst der Bericht der Superintendentin. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Wiederbesetzung der Seelsorge-Pfarrstelle und die Zukunft des Pfarrdienstes im Kirchenkreis und seinen Gemeinden.

Kirche ist in der Pandemie „vielleicht nicht systemrelevant, aber ‚hoffnungsrelevant‘“
In ihrem Bericht dankte Superintendentin Kerstin Goldbeck den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im gesamten Kirchenkreis:„Mit einer ungeheuren kreativen Kraft haben Sie immer neue Angebote erdacht, angepasst, weiterentwickelt, um Menschen zu erreichen, die Botschaft weiterzusagen, um Gottesdienst zu feiern, spirituelle Räume zu eröffnen, um ganz konkrete Alltagshilfe zu leisten, um Menschen in Pflegeberufen zu würdigen, um Trauernde zu begleiten und Seelsorge zu üben.“ Viele Menschen seien zutiefst dankbar für das, was trotz der Einschränkungen durch Corona ermöglicht wurde. „Sie haben gespürt, dass wir vielleicht nicht systemrelevant sind, aber ‚hoffnungsrelevant‘.“

Gleichwohl, so die leitende Theologin des Kirchenkreises Hamm, stelle sich mit neuer Dringlichkeit die Frage, welche Prioritäten die Kirche setzen wolle. „Mein Herz schlägt kräftig für eine Kirche, die nicht schon zu wissen meint, was Menschen nötig hätten“, beantwortete Superintendentin Goldbeck selbst diese Frage. „Ich wünsche mir eine aufmerksame und kommunikative Kirche! Eine, die in jedem Kontakt spüren lässt: Du bist von Interesse, du bist wichtig, und die genau darin etwas widerspiegelt von der Menschenfreundlichkeit und Menschenliebe Gottes.“

Wiederbesetzung der Seelsorge-Pfarrstelle und Aufstockung auf 100 Prozent
In diesem Sinne beschloss die Synode mit deutlicher Mehrheit nach eingehender Diskussion, die Pfarrstelle zur Koordination und Entwicklung der Seelsorge im Kirchenkreis auf 100 Prozent zu erhöhen. Die bisherige halbe Pfarrstelle, die seit der Wahl der bisherigen Stelleninhaberin zur Superintendentin im Februar 2020 vakant ist, soll künftig mit einem Stellenanteil für Krankenhausseelsorge verbunden werden. Weitere Aufgaben werden die seelsorgerliche Ausbildung von Ehrenamtlichen und die Koordination der Notfallseelsorge in der Stadt Hamm sein.

Pfarrdienst der Zukunft soll interprofessionell gestaltet werden
Zum Pfarrdienst der Zukunft hatte der Strukturausschuss des Kirchenkreises ein Diskussionspapier vorbereitet. Demnach werden von aktuell 47 besetzten Pfarrstellen bis 2026 voraussichtlich acht Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen, in den fünf darauffolgenden Jahren jedoch 25. Aus dem heutigen Bestand werden 2031 also nur noch 14 Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis tätig sein. Gleichzeitig wird es nicht mehr genügend theologischen Nachwuchs geben, um die frei werdenden Stellen zu besetzen. Daher soll künftig der pastorale Dienst durch so genannte Interprofessionelle Pastoralteams wahrgenommen werden, in denen auch Gemeindepädagoginnen, Diakone oder andere Berufsgruppen mitwirken. In der Kirchengemeinde Werne ist ein solches Pastoralteam seit 2020 erfolgreich im Einsatz. In der Emmaus-Kirchengemeinde wird es ab Sommer 2021 ebenfalls ein Interprofessionelles Pastoralteam geben. Alle Kirchengemeinden und Dienste sind nun aufgefordert, bis zu einer Sondersynode am 2. Oktober 2021 auf der Grundlage der vorliegenden Planungszahlen konkrete Konzepte zu entwickeln, wie sie den Pfarrdienst in ihrem Bereich künftig gestalten wollen.

Synodenzusammensetzung:
Die Kreissynode ist das kirchenleitende Gremium für rund 75.600 Evangelische in den zwölf Kirchengemeinden in Ahlen, Bönen, Hamm, Sendenhorst, Werl-Hilbeck und Werne. Sie besteht aus 105 gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinden und Synodalen Dienste (je zur Hälfte Nichttheologen und Theologen) und berufenen Mitgliedern.

 

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