Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

"...zu schade, um entsorgt zu werden."

"Masken für Lesbos" - Frauenhilfe sammelt Stoffmasken fürs Flüchtlingscamp Moria

"Es ist ein sinnvolles Projekt und eine Würdigung der Arbeit, die in den Masken steckt", begründet Pfarrerin Ute Böning ihr Engagement für die Aktion "Masken für Lesbos". In der überfüllten Zeltstadt Moria auf der griechischen Insel Lesbos leben geflüchtete Männer, Frauen und Kinder. Die hygienischen Bedingungen sind äußerst schwierig; ein idealer Ort für die Ausbreitung der Pandemie. Schutzmasken könnten helfen, sind aber ein kostbares Gut. Die westfälische Frauenhilfe sammelt daher Stoffmasken, die in Deutschland kaum mehr benötigt werden, und schickt sie regelmäßig nach Griechenland, wo die Flüchtlinge froh sind über jeden Schutz, denn medizinische FFP2-Masken bleiben den Krankenhäusern vorbehalten.

Als Ute Böning, Frauenbeauftragte im Kirchenkreis Hamm, von dem Projekt erfuhr, hat auch sie sofort in ihrem privaten Bereich Stoffmasken erfolgreich gesammelt. "Ich kenne mehrere Frauen, die zu Beginn der Coronazeit Alltags-Masken für andere genäht haben, mit viel Sorgfalt und unentgeltlich", sagt Pfarrerin Böning. "Diese Masken sind zu schade, um entsorgt zu werden." Selbst ihre fast 80-jährige Mutter habe tatkräftig und in liebevoller Handarbeit zahlreiche Masken genäht.

Diese Stoffmasken werden nun dringend auf Lesbos benötigt, weiß auch Erika Denker. Die Vorsitzende des Bezirksverbandes der Siegerländer Frauenhilfe engagiert sich seit letztem Jahr tatkräftig für diese Aktion, die für sie auch ein "Zeichen der Verbundenheit" mit den Menschen in Not ist. Nach einem Vortrag einer Referentin über deren freiwillige Arbeit in dem Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel entstand das erste Projekt: "Socken, Mützen, Schals für den Winter zu stricken", erinnert sich Erika Denker. Daran schloss sich nahtlos die Masken-Spenden-Aktion an, die weitere Unterstützer/-innen sucht, denn die Not ist weiterhin groß. "Wir haben Kontakt zu Freiwilligen vor Ort, die auch berichten können, wie die Lage in dem Camp ist und was konkret gebraucht wird", sagt die Vorsitzende. Einmal im Monat bestehe auch die Möglichkeit, sich per Zoom-Konferenz direkt von Lesbos aus zu informieren. Und solange der Bedarf bestehe, gehe die Aktion auch weiter. "10 kg Masken passen in einen Umzugskarton", berichtet Erika Denker. 16 kg seien bereits per Post aus Soest auf die Reise gegangen, im April knapp 20 kg aus dem Siegerland. Nun gehen wieder 10 kg zur Post. "Wir freuen uns sehr, dass auch vereinzelt Portospenden abgegeben werden", sagt Denker, "denn einen Karton nach Griechenland zu schicken, kostet allein 22,99 Euro."

Inzwischen sind im Familien- und Freundeskreis von Ute Böning auch schon über 100 Masken zusammengekommen, die sie bereits auf den Weg ins Flüchtlingscamp Moria gebracht hat. Nun hofft sie auf weitere Unterstützung und viele Masken-Spenden aus dem Ev. Kirchenkreis Hamm. "Wie schön, wenn die Masken ein zweites Mal Menschen helfen können!"


Unterstützung
Wer das Projekt "Masken für Lesbos" unterstützen möchte, kann die gewaschenen und gebügelten Stoffmasken direkt nach Lesbos schicken: The Hope Projekt/The Kemsons, Warehouse K18, Mavrobouni KaraTepe 0, GR - 81100Mytilene / Lesbos +30 694 8142 075 oder an Pfarrerin Ute Böning: Heinrich-Esser-Str. 34 in 48324 Sendenhorst. Weitere Auskunft: uboening@kirchenkreis-hamm.de  oder e.denker@siegerlaender-frauenhilfe.de .

 

 

 

Zurück
Ute Böning
Pfarrerin Ute Böning sammelt Stoffmasken für Lesbos. Foto: M. Böning