Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

ÖKT: #hingeschaut

 

Theologiestudentin Dorothea Altena berichtet vom Online-Kirchentag

Dorothea Altena ist 19 Jahre alt und studiert im 2. Semester an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel evangelische Theologie. Ihr Berufsziel ist "seelsorglich orientierte Gemeindepfarrerin". Neben ihrem Studium engagiert sie sich ehrenamtlich im Kirchenkreis Hamm als Mitglied der Jugendkonferenz, im Synodalen Kinder- und Jugendausschuss (SKJA) und kreiskirchlichen Personalausschuss. Wenn sie nicht kirchengeschichtlichen Vorlesungen lauscht, Latein lernt oder sich mit Bibelkunde beschäftigt, reitet sie gerne oder fährt Rad. Zudem ist sie Mitglied der Delegiertenkonferenz von Westfalen für den Kirchentag (DEKT) und berichtet vom 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT), der nicht wie geplant in Frankfurt am Main stattfand, sondern digital und dezentral.

1. Ist ein Online-Kirchentag überhaupt ein Kirchentag?

Dorothea Altena: "Ich hatte zuerst keine Lust, an einem Online-Kirchentag teilzunehmen, da ich bereits viele Stunden fürs Studium vorm Computer verbringe. Einen Kirchentag ohne Livekonzerte, die Gespräche mit fremden Menschen am Essensstand oder in der Schlange vorm Veranstaltungsraum konnte ich mir nicht vorstellen. Aber nach einem intensiven Blick in das abwechslungsreiche Programm füllte sich in der Kirchentagsapp die Rubrik "Mein Programm" schnell: Podiumsdiskussionen, Workshops, digitale Begegnungsräume. Viele anregende Gespräche fanden von zu Hause an meinem Schreibtisch statt."

2. Ist das Motto "Schaut hin" (Mk 6,38) passend?

Dorothea Altena: "Das diesjährige Motto hätte gar nicht treffender sein können für diesen besonderen Kirchentag. Gerade in Zeiten der Veränderung ist es wichtig, genau hinzusehen, wo es mit der Kirche hingeht. Wie können wir die Vielfalt der Kirche besser zum Ausdruck bringen? Ich entdecke viele innovative Ideen für verschiedene Zielgruppen von Actionbounds über Chatgottesdienste bis hin zu digitalen Stammtischen, bei denen gemeinsam über neue Wege für die Kirche nachgedacht wird. Bei all dem positiven Wind ist mir besonders wichtig, dass die Akteure in diesem "Schiff Kirche" glaubwürdig bleiben; nur so können sie begeistern!"

3. Welche Veranstaltung war besonders interessant?

Dorothea Altena: "Wie glaubwürdig sind die Kirchen?" Diese Veranstaltung hat meine Sorge bestätigt: wenn wir als Kirche weiter unser eigenes Ding durchziehen und nicht auf die Kritik derer hören, die sich bewusst oder unbewusst von Kirche und Gemeindeleben distanzieren, werden wir weiter schrumpfen. Dabei sollten wir "Kircheninternen" uns und andere doch immer wieder fragen: Was wird gerade JETZT gebraucht? Sollten festgefahrene Strukturen noch Bestand haben? "Schaut hin" ist eine Aufforderung, genauer hinzuschauen, Mut zu fassen, Veränderungen zuzulassen und Neues auszuprobieren."

 

 

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Dorothea Altena
Dorothea Altena hat den Kirchentag online von ihrem Schreibtisch erlebt. Foto: privat