Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

"Keine Angst vor Langeweile"

 

Pfarrer Martin Frederking von der Emmaus-Gemeinde wechselt in den Ruhestand

"Meine Hobbies zeigen, dass ich keine Angst vor Langeweile habe", sagt Pfarrer Martin Frederking augenzwinkernd auf seinen bevorstehenden Ruhestand angesprochen. Zum 31. Juli endet sein offizieller Dienst in der Emmaus-Kirchengemeinde. Bereits am Sonntag, den 30. Mai, findet seine Entpflichtung durch Superintendentin Kerstin Goldbeck statt. Da nur eine Zusammenkunft im kleinen Kreis möglich ist, soll eine große Verabschiedungsfeier mit der Gemeinde, den Ehrenamtlichen, Kollegen und Freunden im Spätsommer nachgeholt werden.

Wer Martin Frederking persönlich kennt - ob dienstlich oder privat - weiß, dass sein bevorstehender Ruhestand wohl eher ein Unruhestand werden wird. Oldtimer ("Buckelvolvo" von 1960), Motorradfahren und Camping mit dem Wohnmobil sind nur einige seiner Pläne. "Und ich freue mich darauf, in Zukunft mehr Zeit für meine Familie zu haben", ergänzt der zweifache Großvater. Nicht nur die Gemeinde, auch der Kirchenkreis verliert einen seiner erfahrensten Pfarrer, der seit seinem Vikariat 1984 in der Christuskirche in Hamm-Westen mit dem Kirchenkreis Hamm eng verbunden ist. 15 Jahre lang hat er den kreiskirchlichen Strukturausschuss geleitet und war Mitglied im Finanzausschuss.

Und der Konvent der Pfarrerinnen und Pfarrer verliert seinen sportlichsten Kollegen, der mit dem Vorurteil aufräumte, Geistliche seien verkopft und unsportlich. Anfangs widerwillig begann er rein aus gesundheitlichen Gründen mit dem Laufen, doch schnell wurde aus dem Halbmarathon der Marathon (42 km) und letztlich sogar der Triathlon (Schwimmen, Radfahren, Laufen). "Im Jahre 2009 `erlief´ ich auf der Halbmarathonstrecke in Luxemburg den Titel `Schnellster Geistlicher Europas´", erzählt der gebürtige Hattinger. Die Aktivität des Ausdauersportlers spiegelt sich auch in seinem Einsatz in der Gemeinde wider.

Der langjährige Gemeindepfarrer hat nicht nur unzählige Gottesdienste gefeiert, Kinder getauft, Paare getraut, Trauernde begleitet, Freizeiten mit Senioren und Konfirmanden organisiert und sich für die Rumänienhilfe eingesetzt. "Ich habe mich auch für den notwendigen Bau von Gebäuden engagiert", erinnert sich Pfarrer Frederking. Ob für den Kindergarten Rhynern Anfang der 1990er Jahre, die Autobahnkapelle, den neuen Abschiedsraum für Verstorbene an der Kirche Hilbeck oder 2016 das Emmaushaus in Rhynern - der Theologe hat sich immer wieder für Aufbruch und Erneuerung stark gemacht. Dabei fühlte er sich stets von seinem Konfirmationsspruch getragen: "Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?" (Psalm 27,1)

34 Jahre lang war Pfarrer Martin Frederking eine Konstante in der Gemeinde, hat zusammen mit Haupt- und Ehrenamtlichen ihre Geschicke geleitet und die Menschen in Emmaus schätzen gelernt. Mit seiner Pensionierung steht der Gemeinde nicht nur eine personelle, sondern auch eine strukturelle Veränderung bevor. Ab Sommer wird ein sogenanntes "Interprofessionelles Pastoralteam" die pastoralen Aufgaben übernehmen. Diesem Wechsel gilt auch sein Wunsch zum Abschied: "Ich wünsche der Emmaus-Kirchengemeinde, dass sie weiter zusammenwächst und offen ist für neue Ideen."

 

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Pfarrer Martin Frederking
Pfarrer Martin Frederking wird am 30. Mai verabschiedet. Foto: Astrid Zill