Friedenskirche Friedensfenster
Friedenskirche Sendenhorst | Foto: Manfred Böning

Aktuelles aus dem Kirchenkreis Hamm

Abschied von Petra Schimmel

 

Langjährige Leiterin verlässt die TelefonSeelsorge Hamm

„…dem Leben zuhören“: Seit über 40 Jahren fühlt sich die TelefonSeelsorge (TS) Hamm diesem Motto verbunden und hat für Menschen in Krisen ein offenes Ohr. Und seit über 18 Jahren ist die TS Hamm untrennbar verbunden mit dem Namen von Petra Schimmel, die seit ihrem Dienstantritt 2003 die Arbeit entscheidend geprägt hat. Am 2. Juli findet nun im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Empfang ihre offizielle Verabschiedung durch Superintendentin Kerstin Goldbeck in der Jugendkirche Hamm statt. Corona-bedingt kann dies leider nur im Kreis von Mitarbeiter*innen der Telefonseelsorge, Wegbegleiter*innen und Freund*innen der langjährigen Leiterin erfolgen.

Bis 2013 war Petra Schimmel zehn Jahre lang stellvertretende Leiterin, bevor sie die Leitung übernahm. Dabei hat die gebürtige Duisburgerin einen eher untypischen Werdegang für eine evangelische Leiterin einer Telefonseelsorge-Einrichtung. „In der Regel wurden die Leitungsstellen durch Pfarrer*innen besetzt“, erinnert sich Schimmel. „Ich selbst komme aus dem psycho- und sozialtherapeutischen Bereich.“Als Sozialtherapeutin und Supervisorin, die eine psychotherapeutische und zudem eine Ausbildung im Management in gemeinnützigen Dienstleistungsorganisationen hat, war sie wie geschaffen für die Seelsorge am Telefon, für die gilt: anonym, kompetent und rund um die Uhr. Ob Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Telefonseelsorger*innen, Spendenakquisition, Konzeptarbeit oder die Mitgliedschaft im Bundesvorstand – das Aufgabenfeld von Petra Schimmel war lang. Zuletzt hat sie das Sonderheft zum Thema Einsamkeit initiiert, das ihr sehr am Herzen liegt. Bei allem Engagement hat sie eines nicht aus dem Blick verloren: „Das Verstehen von Menschen, ihren Bedürfnissen und Anliegen sowie ihrem Verhalten war immer der Fokus meiner Arbeit.“

Mit der Verabschiedung aus der TS Hamm beendet Petra Schimmel auch ihre Mitarbeit bei „Kurz vor 6“. Fast 18 Jahre lang hat sie regelmäßig Kommentare für Radio Lippewelle Hamm gesprochen. „Zu Anfang war das eine echte Herausforderung für mich: Tagesaktuelle Themen in einer Minute in Kommentarform einzusprechen“, gesteht sie. Aber schnell hatte sie eine feste Stimme im Team.

Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die 62-Jährige, die Kunst und Kultur schätzt, gerne Tanz- und Theaterveranstaltungen besucht und Zeit „in unserem Schrebergarten“ verbringt. Aber es ist unwahrscheinlich, dass sie sich in einen Ruhestand zurückzieht. „Ich werde weiter als selbständige Supervisorin und Coachin arbeiten“, verrät sie. „Ich bin offen für neue Herausforderungen und Lernerfahrungen.“ In diesem Sinne hat sie auch einen Wunsch für die Menschen, mit denen sie so lange vertrauensvoll zusammenarbeitete: „Bleibt offen für euch selbst und andere Menschen!“

Ihre Nachfolge in der TS Hamm tritt kein Unbekannter an. Der bisherige stellvertretende Leiter Michael Grundhoff übernimmt nahtlos die Leitungsposition. Der Diplom-Pädagoge und Supervisor kennt das Aufgabenfeld der TS Hamm seit Jahren und freut sich, die Arbeit weiterzuführen. Rückblickend geht Petra Schimmel voller Dankbarkeit für „unglaublich viele berührende, aufrichtige Begegnungen“. Und sie ergänzt: „Ich habe mich von meinem Träger, dem Evangelischen Kirchenkreis Hamm, immer unterstützt und gehalten gefühlt.“

Hintergrund TelefonSeelsorge Hamm
Die TelefonSeelsorge Hamm (TS Hamm) wird vom Evangelischen Kirchenkreis Hamm und dem Gemeindeverband Katholischer Kirchengemeinden Hellweg Soest getragen und ist zuständig für die Region Hamm, Altkreis Beckum und Altkreis Soest. Ob am Telefon, im Chat oder per Mail – die Mitarbeitenden der TelefonSeelsorge sind anonym, kompetent und rund um die Uhr für Rat- und Hilfesuchende da und machen kostenfrei das Angebot von Seelsorge und Beratung. Zudem bietet die kostenlose App „KrisenKompass“ Hilfe bei depressiven Gefühlen und Suizidgedanken für Betroffene und Angehörige.

Weitere Auskunft: www.telefonseelsorge.de

Notruf-Nummern: (0800) 111 0 111oder(0800) 111 0 222

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