28-05-10 |  11:59
Nah dran an den Problemen

VON: DIERK HARTLEB

HAMM - Die Frage, wie die veränderten politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Kirchengemeinden und den Kirchenkreis aufgegriffen werden, standen im Mittelpunkt eines Arbeitsbesuchs von Präses Dr. h.c. Alfred Buß im Kirchenkreis Hamm.


Der leitende Theologe der Westfälischen Landeskirche, der von dem für den Kirchenkreis zuständigen Landeskirchenrat Gerhard Duncker und Pressesprecher Andreas Duderstedt begleitet wurde, ließ sich zunächst im Pfarrkonvent mit den Themen und Problemen der hauptamtlichen Seelsorger und Pfarrer konfrontieren. Dabei spielten die gegenwärtigen Veränderungsprozesse in der Kirche eine herausragende Rolle.

Gespräch mit den Pfarrerinnen und Pfarrern
Diese Veränderungs- und Anpassungsprozesse begleiten die Seelsorger in ihrer alltäglichen Arbeit. Sie zu gestalten, sei eine wesentliche Aufgabe des Kirchenkreises. "Ich habe den Eindruck, dass diese notwendigen Prozesse im Kirchenkreis sehr zielgerichtet gestaltet werden", lobte der Präses und suchte bei der Bewertung die Blickrichtung des Superintendenten.

Treffen mit den Bürgermeistern der Region
Als ausgesprochen positiv empfanden beide leitende Theologen das Gespräch mit der Politik. Die Bürgermeister der Städte Ahlen, Hamm, Sendenhorst und Werne - der Bönener war kurzfristig verhindert - waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, die schwierige Situation ihrer "klammen" Kommunen darzustellen. Buß stellte dazu fest, dass Kirchen und Städte die Probleme der Menschen aus ihrer Arbeit am besten kennen, weil sie "am nächsten dran" sind. Auch bei den Politikern stelle er eine zunehmende Verunsicherung fest, "wo es lang geht". Aus dem Gespräch habe er auch die Bitte, den Dialog fortzusetzen, mitgenommen. Mit den Regierungspräsidenten in Arnsberg, Detmold und Münster soll es in absehbarer Zeit eine gemeinsame Tagung zum Thema Kinderarmut geben.

Diakonisches Modellprojekt in Zusammenarbeit von Kirchengemeinde St. Victor Herringen und Diakonie Ruhr-Hellweg
Ausdrücklich würdigte Präses Buß das diakonische Engagement der Gemeinde St. Victor in Herringen, die vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Diakonie-Ruhr-Hellweg ihre Arbeit modellhaft im Diakoniezentrum St. Victor gebündelt hat. Die verschiedenen Hilfeangebote, die sich insbesondere gegen die Folgen von Kinderarmut wenden, seien wohl verstandenes Engagement in der Nachfolge Jesu. Das ändere jedoch nichts daran, dass es ein Skandal sei, wenn Menschen und vor alle Kindern in einem so reichen Land wie Deutschland hungerten. Allerdings umfasse Kinderarmut wesentlich mehr: Dazu gehöre die Benachteiligung in der Bildung, schlechte Ernährung mit Folgen für die Gesundheit und oft auch der Mangel an Zuwendung. Hier sei eine umfassende Hilfe gefragt, die die Kirche nicht allein leisten könne.

Trägerverbund führt ab August alle 37 Kitas des Kirchenkreises zusammen
Präses Dr. Buß begrüßte es, dass im Kirchenkreis Hamm als erstem der 31 Kirchenkreise in der Westfälischen Landeskirche ab 1. August 2010 alle 37 Kindertageseinrichtungen in der Trägerschaft des Kirchenkreises zusammengeführt sein werden. Mit dem vor zwei Jahren gegründeten Trägerverbund folgt der Kirchenkreis einer Empfehlung der Landeskirche. Buß lobte die Hammer für ihr Vorgehen. "Das können wir in der Kirche nicht per Ordre de Mufti verordnen", sagte er. Allerdings hätten sich fast alle Kirchenkreise in der Landeskirche auf diesen Weg begeben. Die Übertragung der Finanz- und Personalverantwortung für die Kindertageseinrichtungen auf die Kirchenkreise sei eine Konsequenz aus dem Kinderbildungsesetz (KiBiz), betonten Superintendent Rüdiger Schuch und Verwaltungsleiter Friedrich Disselhoff. Damit können die finanziellen Auswirkungen des KiBiz besser abgefangen und dem Personal kann eine größere Sicherheit bei ihren Arbeitsplätzen garantiert werden. Die Übertragung der Trägerschaft auf den Kirchenkreis ist freiwillig, wobei konzeptionell von vornherein größter Wert auf die Weiterführung der bisherigen großen Nähe zur Gemeindearbeit gelegt wurde. Übrigens sei der Anstoß für die Gründung eines solchen Trägervereins im Kirchenkreis Hamm 2007 von einer Gemeinde selbst gekommen.


Zum Abschluss seines zehnstündigen Arbeitsbesuchs führte Präses Buß noch ein Gespräch mit dem Kreissynodalvorstand.


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